Typografisch inspiriert

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| Elke Hagmann

GRIFFWERK entwickelt neue Glastürbeschläge | Design: Studio Relvão Kellermann

Schlicht, grafisch reduziert und an typographische Zeichen erinnernd: Der Beschlaghersteller GRIFFWERK hat vier neue Griffe für Ganzglastüren entwickelt. Das Design ist in Zusammenarbeit mit dem Münchener Studio Relvão Kellermann entstanden und nutzte gewonnenen Gestaltungsfreiraum, der durch eine neue Befestigungstechnik entstand.

NEUE TECHNIK FÜHRT ZU NEUEN FORMEN

Möglich machte den innovativen Designansatz eine vereinfachte Montagetechnik: Dank sogenanntem Sensa-System kann GRIFFWERK Beschläge durch Klemm- und Klebetechnik befestigen und auf Glasbohrung verzichten. Eine schmale Verbundfläche genügt. Mit dem Anliegen, die dadurch entstehenden, formalen Möglichkeiten auszuloten hat GRIFFWERK das Münchner Designstudio Relvão Kellermann beauftragt. „Es war für uns eine Herausforderung, einen eigenständigen Ansatz für eine der häufigsten und ‚bereits gesehenen’ Industrieformen auf dem Markt zu finden“, beschreibt Gerhardt Kellermann den Entwicklungsprozess. Zunächst war es beiden Designern wichtig, den Hintergrund des Unternehmens GRIFFWERK und dessen Vorgehensweise zu verstehen. Beim ersten Treffen in Blaustein hat das Design-Duo daher die nahegelegene Hochschule für Gestaltung Ulm (HfG Ulm) besucht. Mit deren Designkonzepten befasste sich GRIFFWERK bereits intensiv anlässlich der Reedition des Ulmer Griffs, der von Max Bill seinerzeit für die HFG Ulm entworfen wurde. Inspiriert von den Ansätzen der „Ulmer Schule“ entwickelten die Münchner ein Rastersystem, von dem sich alle Griffprofile ableiten ließen. Darin ordneten sie einfache Geometrien, Winkel und Radien an, die der Konstruktion der Profilformen dienten. „Es war eine interessante, formale Vorgehensweise, die zu sehr unterschiedlichen Entwürfen führte, die dennoch alle in einem Bezug zueinander stehen“, resümiert Ana Relvão.

GRIFFSTANGE PLANEO AIR ERHIELT EINEN RED DOT AWARD

Konsequent einfach resultiert die Gestaltung der Griffleiste PLANEO AIR: Sie besteht aus nicht mehr als einer feinen, rechteckigen Grundform und wirkt geradezu ikonenhaft einfach auf der Glasfläche. Nicht mehr als eine schwarze Linie präsentiert sich dem Nutzer. Dennoch leistet der Beschlag alle Funktionen. Griffleiste PLANEO AIR erhielt 2017 – zusammen mit dem in Blaustein entwickelten Schiebetürsystem PLANEO AIR – einen Red Dot Award für Produktdesign.

GRIFFSTANGE LUCIA GST KOMPLETTIERT SYSTEM LUCIA

Auch das Beschlagsystem Lucia mit Handhaben in klassischem Rundprofilwurde um eine neue Griffstange ergänzt. Der Verbund zur Glasfläche ließ sich über eine schmale Grundfläche lösen. Diese führt beinahe übergangslos bis zur Handhabe und ersetzt bisher notwendige, massiven Stützen aus Rundrohr, die Bohrlöcher abdeckten. Die neue Griffstange im mattem Graphitschwarz wirkt nun filigraner und eleganter.

GRIFFLEISTEN SERIF

Zwei weitere Griffformen erinnern ebenfalls an typografische Zeichen und sind ebenso durch das definierte Rastersystem entstanden. Um mehr Leichtigkeit und Eleganz zu erreichen, verjüngen sich die Kanten der Profile serifenartig und lehnen sich dabei an Formprinzipien der Schriftgestaltung. Während Serifen in der Typografie der besseren Lesbarkeit dienen stehen sie bei Türbeschlägen auch im Dienste der verbesserten Funktionalität. Auf der Glasfläche wirken die Griffleisten maximal reduziert und muten wie schlichte, kompakte, grafische Linien an. Die funktionale Qualität durch die differenziert ausgestaltete Form entpuppt sich bei der Nutzung.

GRIFFWERK ist über den Fachhandel erhältlich.

Source: Typografisch inspiriert